Feuer zieh!

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Wir sitzen am Kamin, schauen ins Feuer. Leb´ wohl, Winter! Geh!
Ich: Wünsch´ dir was!
Hund1: Feuer zieh! Steige auf! Drachenköpfig, flammenwerfend, zischend, speiend. Ich habe die Macht, das verkünde, sie sollen vor Furcht erstarren!
Ich: Ganz du selbst, jaaa
Hund1: Jetzt du
Ich: Feuer zieh, wüte, zerstöre, verbrenne, zieeeeh …
Hund2: Feuer zieh … ??!!
Ich: … damit jeder im Dunkeln ein Licht sieht
Hund2 nickt. Wir schauen ins Feuer, in die wärmenden Flammen, so ist es gut, die Bitterkeit schwindet, man muss die gewaltige Kraft zähmen.

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Rote Fingernägel

imageWir begegnen uns zufällig. Wie damals trägt sie rot lackierte Fingernägel, weshalb ich sie nach so vielen Jahren überhaupt erkenne. Damals saß sie am Fenster, beschäftigt mit ihrer Maniküre. Gefallen sie dir? Ja, antwortete ich höflich, doch es war glatt gelogen. Die Fingernägel waren unnatürlich lang, spitz und so rot wie ein blutendes Knie.

Bevor sich unsere Wege wieder trennen, sagen wir uns mit vielen höflichen Worten herzlich wenig, wobei wir uns über das Gesagte sowieso kaum scheren. Distanz. Ich achte darauf, sie zu wahren, meine Haltung soll anzeigen, ich selbst wünsche auch keine Nähe. Und doch will ich mehr erfahren, die unverändert roten Fingernägel haben vielleicht eine Geschichte zu erzählen. Ich werde sie nicht erfahren. Wir gehen. Wir gehen nach Hause, ein Stück menschlicher Nähe geht vor die Hunde.

Erklärungsbedürftig

Schlosspark in Pszczyna

Meine Haut ist nicht orange. Eher gelb, aber gelb habe ich für den Schnee genommen, weil es hier kein weiß gibt. Mein echter Schlitten sieht anders aus, aber ich kann nur so einen zeichnen. Ich weiß, dass der Weihnachtsbaum ins Haus gehört, aber drinnen hätte man ihn nicht sehen können.

Ich saß mit meiner Mama beim Einschulungsgespräch und hatte Angst, nicht aufgenommen zu werden. Mir wurde aufgetragen ein Bild zu malen, während das Gespräch mit meiner Mama lief. Zeig‘ uns, was dir Spaß macht. Ich fing an, der Welt eine Erklärung abzugeben. Ungefragt.