Garten im Spätherbst

Der Garten im späten November, kaum noch grün, wenig Laub, es wird allmählich bleiern grau.

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Die Weltpolitik im Gartenlicht

amsel

Der Bilderberg tagt wieder, sagte meine Freundin, nachdem wir das Thema Hunde – sie zwei, ich ebenfalls zwei – abgeschlossen hatten. Ahmmm, wie, schon wieder, war es mir als Antwort wert. Ist klar, was dabei herumkommt, legte meine Freundin wissend nach. Ja, ja, bestätigte ich unwissend. Ich dachte an Loriot. Und fragte mich, wer macht denn nun die Weltpolitik? Ich fürchte, u.a. meine Freundin und ich. Ich gehe lieber in den Garten, es gibt ein schönes Licht.

Vögel im Garten/3

amsel

Eine Amsel im Winter.

storch

Ein Storchenjunges vom Sommer’14. Dieses Jahr gab es keinen Nachwuchs. Es wurde lange um das Nest gekämpft, vielleicht blieb dann nicht ausreichend Zeit für eine Familiengründung. Möglich auch, dass die Jungen den mörderisch heißen Sommer nicht überlebten.

specht

Eine Walnuss für den Specht.

spatzen

Nie allein, immer zusammen. Die Feldsperlinge.

jungergruenfink

Ein junger Grünfink.

futterhaus

Nie allein, immer zusammen/2.

Vögel im Garten/2

schwanzmeise

Ein seltener Gast. Jahr für Jahr kommen sie im November, bleiben 1-2 Tage und fliegen wieder davon, die Schwanzmeisen. Der hübsche Vogel mit dem Babygesicht hat einen schöneren Namen verdient.

meisenbad

Besetzt.

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Reisende, rastende Wacholderdrosseln am Ebereschenbaum.

eichelhaeher

Der Wächter. Wenn der Eichelhäher panisch krächzt ist Gefahr in Verzug. Alle Mann in Deckung.

Birdy

podlot

Im Frühling. Ich weiß nicht wie lange Birdy an dem Fassring schon klammerte, als ich ihn entdeckte. Seine Lage misslich, sein Vogelgesicht sprach Bände. Schließlich fasste er sich ein Herz, sprang und schaukelte, links rechts federleicht zu Boden. Zerzaust, entsetzt, aber heile gelandet. Birdy und ich hatten einen schönen Tag. Er hat zu fliegen gelernt und ich, dass es nichts als viel Mut dazu braucht.

Lügenbilder

Der vergangene Sommer war, das Wetter betreffend der schlimmste aller bisher dagewesener. Noch nie war es so heiß und so trocken, so lange ich lebe, noch nie so schlimm. Die Bilder des sommerlichen Gartens behaupten das Gegenteil. Rosen, Lilien, Fingerhut, Hortensien, Kirschen früh, Kirschen spät, so süß wie prall, Bienen, Schmetterlinge am Wilden Majoran, immer fünf, sechs, sieben auf einen Streich. Täuscht mich die Erinnerung oder sind es die Bilder? Diese Lügenbilder.

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Ich lasse mir nichts einreden

Von mir lässt sich niemand etwas einreden. Deshalb versuche ich es meist gar nicht. Im Gegenteil, mit übertrieben viel Ahas und Achjas gebe ich mich völlig meinungs- und bildungsfrei. Und wenn doch, dann sehe ich sogleich die ausgefahrene Innenhandfläche auf mich zusteuern: Halt! Ich lasse mir da nichts einreden! Also Rückzug, selten dass die Sache es wert wäre den Manipulationsverdacht (oder den der eigenen Einfältigkeit) eitern zu lassen.

So setze ich bei mir einen Erklärungsversuch an, zäume dazu das Pferd von hinten auf. Ich habe nicht den Eindruck, dass auf mich eingeredet wird, offensichtlich tut man es aber mit Erfolg, denn nun rede ich meinerseits auf die Leute ein. Wie geht das?

Mein alter Hund ist müde, an guten Tagen drehen wir ganze 10 Minuten unsere Runden, an schlechteren sind’s nur fünf. Der Hund soll selbst entscheiden, dachte ich mir und ließ mir eine kluge Strategie einfallen. Sobald wir an die Rückseite des Hauses angelangt sind, mache ich das Gartentörchen auf und der Hund kann, sofern er will direkt wieder heimgehen. Folgendes spielt sich seitdem ab: Der Hund setzt sich vorm geöffneten Tor hin, ich stehe auffällig uninteressiert seitlich zu ihm. Nach einem Weilchen mache ich einen Ausfallschritt in den Garten hinein, verweile kurz in der Stellung und schwinge mich dann wieder aus dem Garten hinaus. Erst dann setzt sich mein Hund in Bewegung, mal rein, mal weiter.

Offensichtlich habe ich ihm beigebracht, dass wir erst nach meiner sinnfreien Vorführung weitergehen können. Da ließ er sich was Tolles einreden und ich kann mir selbst gratulieren. Ja, ich kann es, wir können es alle. Wir müssen nur schön aneinander vorbei kommunizieren. Den Hund trifft hier natürlich keine Schuld.

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