Der Wald. 1.5.´16

Es ist heute der 1. Mai. Wie ein Meer des Lebens ergiesst sich der Frühling in die Erde,
der weisse Blütenschaum bleibt an den Bäumen hängen. Es ist ein schöner Tag.  (Heinrich Heine)

Im Garten / 15. April ´16

„Was muss man lange zwitschern bis der Frühling endlich kommt, sagte der Spatz“ (Karel Čapek)

Der Storch

storch

Eingetroffen am frühen Abend des 4. Aprils, er ist wieder da – der Storch. Bin froh darüber, verkündete doch ein polnisches Satireblatt kürzlich bitterböse: Polen weigert sich die aus dem Süden einfliegenden Störche aufzunehmen!

Ja!

Ich habe es gewusst, ich habe es geahnt, geplant, vermutet. Gefühlt und gerufen. Ich habe es gesagt, getan, ungelogen, wirklich wahr. Gesehen und gehört auch.

Heute ist ein Ja-Tag! Der Frühling ist da!

Die Rückkehr des Winters `16

14. März ´16. Der Winter gibt nicht auf, Beweisfotos vom heutigen Morgenspaziergang. Korrektur: Es soll 15. März heißen. Anscheinend habe ich den gestrigen Tag verschlafen.

Im Keller

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Jahr für Jahr zu dieser Zeit spielte sich im finsteren Keller eine schaurige Kartoffelschau ab. Eine Leuchtbirne sendete ein schwaches Lichtsignal aus, alles was kreuchte und fleuchte malte in milchig-feuchtem Halbdunkel Schatten an die Wand. Ein Lichtschacht weckte die Sehnsucht nach einem Ausbruch in die Welt hinaus. Die Kröten, die sich das Winterlager im sandigen Boden mit den gelagerten Kartoffeln, den Mäusen und den Kellerasseln teilten, krochen jetzt den Kartoffelberg hinauf, zur Sonne, zum Licht, Hinaus! Der taktile Albtraum begann. Blind griffen wir in den nasskalten Sand hinein, die guten Kartoffeln ins Körbchen, die verfaulten müssen raus. Luft anhalten, Griff in den Sand, gute Kartoffel, Gott sei Dank! Nur ertastete man manchmal Weiches. Kröte, Maus, toter Maulwurf, Ringelnatter, Blindschleiche, wer weiß?!

Bis heute löst eine faule Kartoffel Panik in mir aus. Einer Zwiebel dagegen lasse ich es ungerührt durchgehen, passiert schon mal.

Frühjahrsputz

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– Kann die Leber weg? Fragt der winzig kleine Mann in Weiß mit dem Kehrbesen in der Hand.
– Neeeein! Ich sagte Belastendes muss raus, will ein neuer Mensch werden, doch nicht gleich tot.
– Gut, und das? Es steht darauf „belastet mich, persönlich, soll weg“, aber ich frage lieber. Weg?
– Ja, ja, natürlich, das heißt nein, das bleibt.
– Aha. Der Verstand, der wiegt zwar nicht viel, aber …
– Untersteh´ dich!
– Dein gutes Aussehen vielleicht?
– Der war gut.
– Ich weiß.
– Aber nicht witzig! Pack dein Zeug ein!
– Ich denke, du willst ein neuer Mensch werden, wer hilft dir jetzt dabei?
– Das schaffe ich schon allein.
– Der war gut.
– Ich weiß.