Gedankenlos

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Schultern, Hals, schlecht frisierter Kopf, darin ein Durcheinander, ich warf ja alles in einen Topf. Bis, bis ich es nicht mehr aushielt und kurzerhand auszog. Aus dem Haus? Nein, aus dem Kopf. Ist da wer? Leer, antwortet das Echo, leer, er, er.

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Die Taube auf dem Dach

 

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Die Taube auf dem Dach spaziert auf und ab. Gelangweilt gurrr, gurrr, gurrt sie mich an, blinzelt links, wendet behäbig, blinzelt rechts mich an. Ich trachte danach, sie am Gefieder zu fassen, die Gelegenheit das Glück zu erhaschen will ich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Ich muss nur die Mauer erklimmen, Köder auslegen, flötend lockt mich die Taube vom Dach. Ich träume von Träumen in Taubenhimmelblau. Es klettert sich mühsam rauf, leichter fällt es sich herunter. Blaue Flecken nur, ich bin fast unversehrt, die geraubte Taubenfeder hat keinen Wert.

 

So ist das Leben

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Es klopft an die Tür, nicht meine, nebenan. Komm´ heraus, unterschreib´, geliefert wird Unglück, Ungemach, Kummer ohne Trost. Kinder lauft! Höre ich. Schnell! Auch ich verkrieche mich unters Bett. Dein Herz gärt, vielleicht atmest du bald nicht mehr! Mach´auf, zur Herausgabe stehen Jammer und Not! Der Bote lacht widerwärtig vergnügt, verschluckt sich vor seinem abstoßenden Glück. Lautlos rutsche ich ans Schlüsselloch. Ein Mann steht da, ganz still. Habe ich mich verhört? Nein, es schüttelt ihn wieder, es zerreißt ihn vor Glück. Er geht, kommt wieder.

Sie kommen und sie gehen. Sie schenken und sie nehmen. Gehen wieder unverrichteter Dinge, reißen einen mitten aus dem Leben. Wenn man an einem grauen Regen- und Nebeltag am Kamin sitzt, von Wärme umgeben, ist man geneigt schulterzuckend zu sagen, so ist das Leben. Es soll sich nur fern halten von mir, mir nicht in der Sonne stehen, seiner eigenen Wege gehen.

Et kütt wie et kütt

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Was kommt dabei heraus, wenn man die Zeit verstreichen lässt, währenddessen man sich selbst im Hintergrund hält? Was wird mir noch die Zeit bringen? Was habe ich bereits bekommen? Die leise Stimme ist nicht lauter geworden. Schade. Der Kopf scheint mir geordneter zu werden. Von den Schultern ist viel Last abgefallen. Ich lache gut dreimal so oft wie früher und breiter. Ich karte nicht nach, aber ich nehme mir nicht mehr soviel vor. Schade. Ich kann vom Alten Abschied nehmen, das Neue hat seinen Schrecken verloren. Ich bin leicht zusammenfaltbar. Leider. Nachtragend, kleinlich, ich glaube, daran ändert sich nichts. Zuverlässig, findig, gewitzt auch, trage Verantwortung – das war schon immer so. Ich bekenne mich, nicht allwissend zu sein und mag nur Menschen, die es ebensowenig sind. Ich warte auf Gesetztheit, das könnte mir gefallen. Ich sehe ein Vorankommen. Alles in einem halte ich fest, es hätte schlimmer kommen können. Et kütt wie et kütt und et hätt immer noch joot jejange. Liebes Köln, wir sehen uns wieder 🙂

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