Let it snow, let it snow …

Der erste Schnee 2018.

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Im Garten/25.05.16

Herrgott, richte es so ein,
daß es täglich von Mitternacht bis drei Uhr früh regne,
aber langsam und warm, weißt du, damit es einsickern kann;
doch soll es dabei nicht auf die Pechnelke, das Steinkraut, Sonnenröschen,
den Lavendel und andere Blumen regnen,
die dir in deiner unendlichen Weisheit als trockenliebende Pflanzen bekannt sind – wenn du willst, schreibe ich es dir auf ein Blatt Papier auf;
ferner soll die Sonne den ganzen Tag über scheinen,
aber nicht überallhin (zum Beispiel nicht auf den Spierstrauch und Enzian,
noch auf Funkie und Rhododendron) und auch nicht zu stark;
dann möge es viel Tau und wenig Wind geben,
genug Regenwürmer, keine Blattläuse, Schnecken und keinen Mehltau,
und einmal in der Woche
verdünnte Jauche mit Taubenmist regnen.
Amen.

Karel Čapek aus: Das Jahr des Gärtners

Im Garten / 15. April ´16

„Was muss man lange zwitschern bis der Frühling endlich kommt, sagte der Spatz“ (Karel Čapek)

Ja!

Ich habe es gewusst, ich habe es geahnt, geplant, vermutet. Gefühlt und gerufen. Ich habe es gesagt, getan, ungelogen, wirklich wahr. Gesehen und gehört auch.

Heute ist ein Ja-Tag! Der Frühling ist da!

Die Rückkehr des Winters `16

14. März ´16. Der Winter gibt nicht auf, Beweisfotos vom heutigen Morgenspaziergang. Korrektur: Es soll 15. März heißen. Anscheinend habe ich den gestrigen Tag verschlafen.

Im Keller

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Jahr für Jahr zu dieser Zeit spielte sich im finsteren Keller eine schaurige Kartoffelschau ab. Eine Leuchtbirne sendete ein schwaches Lichtsignal aus, alles was kreuchte und fleuchte malte in milchig-feuchtem Halbdunkel Schatten an die Wand. Ein Lichtschacht weckte die Sehnsucht nach einem Ausbruch in die Welt hinaus. Die Kröten, die sich das Winterlager im sandigen Boden mit den gelagerten Kartoffeln, den Mäusen und den Kellerasseln teilten, krochen jetzt den Kartoffelberg hinauf, zur Sonne, zum Licht, Hinaus! Der taktile Albtraum begann. Blind griffen wir in den nasskalten Sand hinein, die guten Kartoffeln ins Körbchen, die verfaulten müssen raus. Luft anhalten, Griff in den Sand, gute Kartoffel, Gott sei Dank! Nur ertastete man manchmal Weiches. Kröte, Maus, toter Maulwurf, Ringelnatter, Blindschleiche, wer weiß?!

Bis heute löst eine faule Kartoffel Panik in mir aus. Einer Zwiebel dagegen lasse ich es ungerührt durchgehen, passiert schon mal.

Der Guthund und der Wuthund

Der Guthund strahlt. Schaut man in die haselnussbraunen Augen, spiegelt sich darin die Gutwelt wider. Ich freue mich mit meinem ganzen Selbst, bringe dir einen guten Schuh. Ohne Argwohn, freundlich, lieb. Mein Guthund mag uns alle, so wie wir sind.

Ich habe auch einen Wuthund, der poltert und grantelt, auf seiner Stirn steht „wichtig bin ich, nur ich“. Ich habe ihn natürlich trotzdem furchtbar lieb.

Wintergäste im Garten

Gemütliches Gemurmel von gelegentlichen leisen, etwas hohlklingenden Pfiffen unterbrochen – das müssen Dompfaffen sein. Seltene Gäste in meinem Garten, ich freue mich sehr über den Besuch. Anders der Grünfink. Sein missbilligender Blick verrät mir, dass er mein hektisches Interesse an den Dompfaffen für dick übertrieben hält.

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